Gas

Die Preise für den Bezug von Erdgas sind seit Jahren regelmässig Gegenstand von preisüberwachungsrechtlichen Abklärungen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Erdgastarife je nach Versorgungsgebiet recht unterschiedlich sein können. Die Tarife enthalten in der Regel mehrere Komponenten (Grundtarif, Arbeitspreis pro kWh, Leistungspreis pro kW), was einen Vergleich zwischen Erdgasanbietern oder mit anderen Energieträgern (z.B. Heizöl) erschwert.

Um Transparenz und einen Überblick über die von den Unternehmen an die Konsumenten in Rechnung gestellten Gaspreise zu schaffen sowie die Vergleichbarkeit der Erdgastarife zu erhöhen, wurden die Tarife der schweizerischen Gasversorgungsunternehmen (GVU) 2011 von der Preisüberwachung erstmals systematisch erhoben. Dies erlaubt unter anderem einen Quervergleich der verschiedenen Tarife. Die von der Preisüberwachung erfassten Gaspreise von rund 100 Gasversorgungsunternehmen (GVU) sind auf der speziell dafür errichteten Gaspreisvergleichswebseite (http://gaspreise.preisueberwacher.ch)  abrufbar.

Im Dezember 2011 veröffentlichte der Preisüberwacher eine Studie zum Schweizer Gasmarkt und zu den Kosten des Netzzugangs. Einer der Schlüsselfaktoren zur Bestimmung eines angemessenen Netznutzungsentgelts ist die korrekte Schätzung der Kapitalkosten. Mit der in der Studie präsentierten Methode lässt sich eine risikogerechte Verzinsung für die Gasnetzbetreiber in der Schweiz ermitteln.

2013 eröffnete die Preisüberwachung eine Untersuchung der Netznutzungsentgelte der Betreiber von Hochdruck-Erdgasnetzen (Swissgas und die Regionalgesellschaften Erdgas Ostschweiz, Gasverbund Mitteland, Gaznat und Erdgas Zentralschweiz). Im Oktober 2014 konnte nach langen Verhandlungen schliesslich eine einvernehmliche Regelung zwischen den Erdgasnetzbetreibern und dem Preisüberwacher abgeschlossen werden, die zu einer durchschnittlichen Preissenkung von 9.4 Prozent der Netznutzungsentgelte für Hochdrucknetze führte.

2016 hat der Preisüberwacher die vereinbarte Entschädigung für die Nutzung des Hochdrucknetzes auf ihre aktuelle Marktkonformität hin überprüft und eine Anpassung des Kapitalkostensatzes (WACC) an das weiterhin tiefe Zinsniveau und die entsprechend angepassten Vorgaben des Bundesrats für Stromnetze verlangt. Er einigte sich schliesslich nach langen Verhandlungen mit der Gasbranche darauf, die Höhe des WACC in vier Schritten bis 2020 von aktuell 4.9 Prozent auf 4.23 Prozent zu senken.

Weiterführende Informationen

Dienstleistungen

Studien

Schweizer Gasmarkt und Kosten des Netzzugangs (PDF, 774 kB, 01.12.2011)Ermittlung der risikogerechten Kapitalverzinsung für schweizerische Gasnetze - Erste Fassung

https://www.preisueberwacher.admin.ch/content/pue/de/home/themen/infrastruktur/gas.html