Finanzdienstleistungen

Finanzdienstleistungen sind Dienstleistungen, die von Banken, Versicherungen, Kreditkartenunternehmen oder anderen Finanzdienstleistungsunternehmen angeboten werden.

Finanzdienstleister erheben für ihre Produkte und Dienstleistungen Gebühren. Darunter fallen u.a. Gebühren für die Kontoführung und -schliessung, Wertpapierdepots, Wertpapiertransfers, Gebühren im Zusammenhang mit Hypotheken, etc. Weitere Gebühren, die bei Nutzern aber auch Händlern anfallen, sind Debit- und Kreditkartengebühren.

Jedes Jahr gehen beim Preisüberwacher einige Dutzend Beschwerden zu verschiedenen Bankgebühren ein. Um dazu Stellung nehmen zu können, führt der Preisüberwacher in diesem Bereich Marktbeobachtungen durch. Im Rahmen der bisherigen Markbeobachtungen hat er festgestellt, dass die meisten notwendigen Bedingungen für einen Markt, auf dem der Wettbewerb spielen kann, gegeben sind. Viele Bankinstitute bieten sehr ähnliche Dienstleistungen zu sehr unterschiedlichen Tarifen an. In den meisten Fällen sind die Produkt- und Preisinformationen einfach zugänglich und transparent. Trotzdem ergaben die Beobachtungen (PDF, 774 kB, 30.06.2015) des Preisüberwachers auch, dass der Wettbewerb für einige Gebühren nicht uneingeschränkt spielt und die Mobilität der Kundinnen und Kunden einschränkt. Namentlich erwähnt seien die Kontoauflösungsgebühren (inklusive Hypotheken Saldierungsgebühren) und die Wertschriftentransfergebühren.

Der Preisüberwacher überwies dieses Dossier an das zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) mit der Bitte zu klären, ob diese Art Gebühren vor der seit 2012 verschärften Inhaltskontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen gemäss Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb standhalten. Das SECO hat sich des Themas angenommen.

Nach bisheriger Einschätzung der Wettbewerbskommission (WEKO) und auch gemäss Beurteilung des Preisüberwachers spielt aus Konsumentensicht bei den Kreditkarten und Debitkarten der Wettbewerb. Der Wettbewerb spielt einerseits zwischen den verschiedenen Kreditkarten (Brands) und anderseits unter den verschiedenen Kreditkartenherausgebern (Banken und diverse andere Anbieter), hier vor allem über unterschiedliche Jahresgebühren, aber auch über unterschiedliche Bearbeitungszuschläge beim Kreditkarteneinsatz im Ausland, bei den Verzugszinsen, den angewandten Devisenkursen beim Einsatz im Ausland, über Gebühren beim Bargeldbezug und bei den sog. "Goodies" wie Versicherungsleistungen oder Flugmeilen etc. Aufgrund dieser Einschätzung, sind Interventionen des Preisüberwachers hier nicht notwendig.

Es ist in Konkurrenzsituationen Aufgabe der Konsumenten und der Konsumentinnen, unter den verschiedenen Anbietern Vergleiche der Kosten und Spesen anzustellen und letztlich das Angebot mit dem günstigsten Preis/Leistungs-Verhältnis zu wählen.

Auf Seiten der Händler ist der Wettbewerb eingeschränkt. Die meisten Unternehmen akzeptieren die gängigen Zahlungsarten – Bargeld, PostFinance Card, Maestro Card, Mastercard und Visacard. Bei den Zahlungsarten Mastercard und Visacard können die Händler zwischen mehreren Acquireren auswählen aber im Fall der PostFinance Card, haben sie keine Wahl. Aus diesem Grund hat der Preisüberwacher 2015 die Transaktionspreise des bargeldlosen Bezahlens mit einer PostFinance Card analysiert. Die Untersuchung zeigte, dass die Margen der PostFinance AG in diesem Geschäftsbereich übermässig hoch waren. Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse haben der Preisüberwacher und die PostFinance AG eine Vereinbarung (PDF, 131 kB, 12.09.2016) zur Senkung der Preise ausgehandelt.

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